Mit der Wahl von Benjamin Mühlemann in den Ständerat sind wir Glarnerinnen und Glarner am 3. März an die Urne gerufen, um eine Regierungsrätin oder einen Regierungsrat zu wählen. Nicht nur damit Sie eine Auswahl haben, sondern auch weil ich das Amt des Regierungsrates als interessante Aufgabe erachte, biete ich mich zur Wahl an.
Aufgewachsen in einem gutbürgerlichen Haushalt in Näfels wurde ich durch meine Eltern mit dem Politik-Virus infiziert. Mein verstorbener Vater war langjähriger Gemeinderat in Näfels und hat dieses Amt mit Leib und Seele gelebt. Er kannte als Kaminfeger die Probleme und Sorgen der Bevölkerung nnd setzte sich für sie ein. Ich möchte den Teufel nicht an die Wand malen. In unserem kleinräwnigen Kanton kennt man sich gegenseitig und die hinaufbeschworene «Classe Politique» ist bei uns nicht wirklich eine Tatsache. Trotzdem ist es weiterhin wichtig, dass die Politik und mit ihr die Verwaltung dem Bürger und der Bürgerin dient und nicht umgekehrt. Wir sind Kunde der Verwaltung und sollen dies im Austausch mit den Verwaltungsstellen auch spüren.
Selbstverantwortung und Zivilcourage sind Pfeiler, welche unser Land aber auch unseren Kanton, unsere Dörfer stark gemacht haben und nebenbei auch zu tieferen Kosten führen.
Es ist jedoch auch nicht von der Hand zu weisen, dass wir in den letzten Jahren eine Erwartungshaltung entwickelt haben, bei welcher wir vom Staat einfordern, dass er uns aus allen schwierigen Lagen rettet. Während der Pandemie konnte dies beispielsweise deutlich beobachtet werden. Es ist jedoch nicht nur auf dieses Thema beschränkt geblieben. Wir rufen in vielen Lebenssituationen nach dem Staat nnd haben vergessen, dass wir auch eine Selbstverantwortung haben und wir diese von jeder und jedem einfordern sollten. Selbstverantwortung und Zivilcourage sind Pfeiler, welche unser Land aber auch unseren Kanton, unsere Dörfer stark gemacht haben und nebenbei auch zu tieferen Kosten führen.
Die tiefroten Zahlen aus dem Finanzplan haben den Regierungsrat veranlasst, eine Aufgabenüberprüfung anzukündigen. Der Regierungs- und der Landrat werden gefordert sein, sich zu fragen, welche Leistungen wir uns aufgrund der angespannten Finanzlage noch leisten können. Ohne es zu wissen, gehe ich aber davon aus, dass diese Aufgabe nicht zu den schönsten Beschäftigungen eines Regierungsrates zählt. Diese Entscheidungen müssen jedoch gefällt werden und hierfür stehe ich bereit und würde mich gerne für Land und Lüüt einbringen!